St. Patricks Day

Den irisischen Nationalfeiertag zum Gedenken an den heiligen Patrick durfte ich in der irischen Hauptstadt Dublin zusammen mit Benedict aus Belfast und Christoph aus Dublin feiern. Ganz im Gegensatz zu unseren Vorgängern verzichteten wir sogar auf jede grün-orange Bemalung. Dazu aber gleich mehr…

Nachdem wir erst Sonntagabend aus Dublin zurückgekommen waren, machte ich mich am Montagabend schon wieder nach Dublin auf. Diesmal jedoch nicht mit dem Auto, sondern mit dem Flieger. Das ist nämlich nicht nur billiger, sondern geht auch – logischerweise -  wesentlich schneller. Gegen 20:00 landete ich, nach einem gerade einmal 20minütigem Flug in Dublin, wo mich Christoph und Benedict, der wenige Minuten vor mir aus Belfast angekommen war, bereits erwarteten. Zusammen machten wir uns nach Cherry Orchard auf, wo wir von Gerry O’Connor, Christophs-”Chef”, herzlich begrüßt wurden. In gemütlicher Atmosphähre blickten wir drei gemeinsam  auf die vergangen Monate unserers Volunteerings zurück und liessen den Abend langsam ausklingen.
Am nächsten Morgen bewunderten Benedict und ich ersteinmal das Autowrack, dass auf einer großen Wiese vor Gerry’s und Christoph’s Haus stand und das wohl in der Nacht zuvor jemand angezündet haben musste… Für uns eine kleine Attraktion, für Christoph wohl eher Alltag. Naja gut.
Bereits am Vormittag machten wir uns in die Dubliner City auf, um mit vielen, sehr vielen, nein: sehr sehr vielen anderen Menschen den St. Patricks Day zu feiern. Nach einem kleinen Snack und einem stärkenden Guinness suchten wir uns also einen Platz in der Menge, um die berühmte St. Patricks-Parade zu bestaunen. Wirklich viele hatten sich am Wegesrand versammelt, nur Iren konnten wir irgendwie nicht ausmachen. Neben Französisch war vor allem – oh nein – Deutsch die hauptsächlich gesprochene Sprache. Um eben nicht als Touristen aufzufallen hatten wir uns einen tollen Plan überlegt. Erstens hatten wir auf jeglich alberne Schminke und Verkleidung verzichtet und sobald wir unsere eigene Muttersprache vernahmen, zogen wir es vor ins Englische zu wechseln. Genial! ;-)
Im Anschluss an die Parade, die an einen kleinen deutschen Karnevalszug erinnert, machten wir uns auf, um erstmal etwas im Pub zu essen, bevor wir uns weiterer flüssiger Nahrung widmenten.
Nach einem schönen Kreuzzug durch Dublins City fuhren wir am Abend zurück nach Cherry Orchard, um dann ins nahegelegne Kino zu gehen. Nach einer Stärkung im Pizza Hut schauten wir uns den Film “Watchmen” an, den keiner von uns so wirklich verstand. Es gibt nun zwei Theorien: Entweder wir sind drei Vollidioten, die den Sinn dieses neuzeitlichen Werkes aus Amerika nicht verstehen und dessen gesellschaftskritischen Hintergrund oder der Film ist einfach sauschlecht. Ich bevorzuge letzteres!

Mittwochmorgen ging’s dann für Benedict zurück nach Belfast und für mich zurück nach Cork. Das war zumindest meine Hoffnung als ich die endlose Schlange vor den Sicherheitskontrollen am Flughafen sah. Und so stand ich da, 30min bis Abflug, 25min bis Ablfug, 20, 15 … “wäre ich doch bloß früher da gewesen” … 10min, 5min. Mit einem Sprint durch den Dubliner Flughafen (ein Glück, dass ich regelmäßig laufen gehe!) erreichte ich als vorletzter Passagier mein Flugzeug. Und als ich mein Handgepäck verstaut hatte, wurden wir auch schon zurückgestoßen. Timing eben! Oder: Schwein gehabt!

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Ewige Profess in Dublin

Letzten Sonnag, am 15. März war der große Tag, für drei irische Redemptoristenstudenten. Sie durften in Dublin ihre ewige Profess ablegen und sind jetzt quasi offizielle Mitglieder der Redemptoristen. Ende Mai diesen Jahres werden die drei dann zum Priester geweiht.
Auch wir aus Scala waren zur Profess im Dubliner Kloster Marianella eingeladen und machten uns bereits am frühen morgen – um 7Uhr in Richtung Nord-Osten auf. Für einen Sonntag – wie ich finde – unmenschlich früh! Neben Noel, Paul, Tomas und mir, war auch Hazel mit an Bord unseres VW Passat. Ein wenig eng war es also. Und leider hatte ich auch noch das große Los gezogen und durfte in die Mitte ;-)
Nach unserer Ankunft dauerte es auch nicht lange und Christoph traf ein. Erstmal durfte er – neidisch – unseren neuen VW bewundern, nachdem er seinem Chef in den letzten Wochen vorgeworfen hatte, dass alle irischen Redemptoristenkommunitäten bessere Autos hätte als Cherry Orchard und dass selbst Scala mittlerweile einen Passat hätte. Und obwohl Christoph sich seither weigert, mit seinem zehn Jahre alten Opel in die Werkstatt zu fahren, haben die Beiden noch kein neues Auto.
Um 11:00 folgte dann eine knapp zwei stündige Einführungsmesse. Sehr zum Leidwesen vieler “normaler” Messbesucher, die mit der Profession und einer so langen Messe nicht gerechnet hatten. So wundert es dann auch nicht, dass einige nach einer guten Stunde die Kirche fluchtartig, aber möglichst unauffällig verließen.
Anschließen gab’s – typisch redemptoristisch – ein großes Festessen. Danach ging’s dann auch schon wieder los nach Cork. Schließlich wartete auf uns noch eine lange Reise.
Überrascht wurden wir dann alle am nächsten Morgen. Hatten es doch unsere drei Redemptoristen auf die Titelseite einer großen irischen Tageszeitung gebracht. Der Stellenwert solcher Ereignisse ist in Irland doch noch ein ganz anderer.

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Meitheal Interviews

Oft habe ich ja schon vom Meitheal Leadership Programme gesprochen, bei dem zur Zeit 18 Schulen aus Cork und Umgebung teilnehmen.
Das Wort “Meitheal” kommt aus dem Irischen und beschreibt eine alte Tradition. Irland war, bis vor wenigen Jahren, ein hauptsächlich landwirtschaftlich geprägtes Land. Wirtschaftlicher Erfolg bzw. Misserfolg war auch von Wetter und Ernte abhängig. War das Wetter schlecht, so resultierte daraus oftmals auch eine schlechte Ernte und eine schwierige wirtschaftliche Situation für viele Farmer. In solchen Situation trafen sich dann die Bauern im Dorfpub, um die Probleme zu identifizieren und sich gegenseitig unter die Arme zu greifen, um die Probleme nicht noch größer werden zu lassen.
Entsprechend dieser alten irischen Tradition sollen die ausgewählten Schüler auch an ihrer Schule Probleme erkennen und versuchen als Teil eines Teams, des Meitheal Teams, diese in Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern und vor allem Mitschülern zu lösen. Dazu werden sie vor Beginn des neuen Schuljahres hier in Scala ausgebildet. Teil des viertägigen Trainings sind Konfliktlösung, Training der Organisationsfähigkeit, Erstellen von Protokollen, vor allem jedoch die Arbeit im Team. In monatlichen Abständen treffen sich dann die Vorsitzenden der Teams in Scala und werden so weiter betreut. Dabei werden, in Recht gemütlicher Atmosphäre, Probleme diskutiert und es wird versucht Lösungsansätze zu finden.
Zur Zeit finden die Interviews für das Meitheal Programme statt. Heute waren Lorina und ich in einer Schule im Corker Norden und haben 27 Schülerinnen befragt. Für acht mussten wir uns schließlich entscheiden. Schwierig ist das schon, denn es gibt wirklich viele Schüler, die geeignet sind. Und so hoffen wir, eine möglichst gute Entscheidung getroffen zu haben.

Einige Tage sind bereits vergangen seitdem ich den ersten, oben stehenden Teil dieses Artikels geschrieben habe. Mittlerweile haben wir schon mehr Interviews hinter uns. Das macht zwar Spaß, ist aber auch unglaublich anstrengend. Schließlich muss man ständing die selben Fragen stellen, zuhören und sich ziemlich konzentrieren. Tomás und ich waren letzten Montag und Mittwoch in einer Schule mit 48 Bewerbern. Letztlich haben wir ein Team aus zehn Schülerinnen und Schülern zusammengestellt.  Die Tage außerhalb des Büros sind wirklich schön und machen den Alltag ein wenig abwechslungsreicher. Gleichzeitig sind sie aber auch ziemlich anspruchsvoll. Eins habe ich zusätzlich immer im Hinterkopf. Auch ich bin gerade einmal 20 Jahre alt und habe noch lange, lange nicht ausgelernt. Zu entscheiden wer oder wer nicht am Programm teilnehmen darf ist natürlich auch ein kleines Glückspiel, obwohl wir natürlich ein wenig auf die Interviews vorbereitet wurden.

Donnerstag und Freitag folgt dann die nächste Schule, die erneut Tomás und ich besuchen. Mit etwa 35 Bewerbern. Ich hoffe, dass wir faire Entscheidungen treffen werden…

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Überraschung

 

Blick aus dem Fenster - 6Wochen bis Ostern ;-)

Blick aus dem Fenster - 6Wochen bis Ostern ;-)

Ja, ein wenig überrascht war ich heute morgen schon, als ich aus meine Zimmerfenster in Scala schaute. Waren doch die Temperaturen über Nacht um 10°C gefallen und es hatte sich der irische Regen plötzlich in Schnee verwandelt. Und so durften wir uns heute Morgen an einer herrlichen Schneelandschaft erfreuen, die, mit viel Sonnenschein, wirklich toll aussah.
Mittlerweile hat sich die Sonne leider verzogen und obwohl es immer noch schneit, ist von der weißen Pracht nicht mehr viel übrig geblieben außer Matsch. Iiiigittt. Trotzdem: Die morgendliche Überraschung ist gelungen. Dieses ozeanische Klima ist schon was Feines. Den ganzen Winter über keinen Schnee und dann, nach Wochen von Temperaturen um +10°C plötzlich ein kleiner Wintereinbruch, der morgen allerdings schon wieder vorbei sein soll.

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen den irischen Schnee einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier einige Bilder meiner morgendlichen Expeditionstour:

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Halbzeit

Gipfel

Ihn – den Gipfel – habe ich jetzt also erstürmt und seit einigen Tagen geht es bergab. Denn: Mitte letzter Woche war es soweit: Halbzeit. Die Hälfte meines Volunteerings ist nun vorbei. Schade? – Bestimmt irgendwie. Freude? – Auch irgendwie. Die Gefühle lassen sich schwer in Worte fassen. Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt freut man sich eher auf Deutschland, Familie und Freunde als das man den ganzen Weg nochmal gehen wollte. Spätestens Ende August, wenn ich dann wieder gut zu Hause bin, werde ich das wahrscheinlich anders sehen und mich wieder nach Scala, Cork und Irland zurückerinnern und zurücksehnen.
Soweit ist es aber noch nicht und daher werde ich jetzt ersteinmal auf die kommenden Monate schauen. Und da habe ich doch einiges vor. Unsere Arbeit in Scala geht schließlich ganz normal weiter, Retreats, Missions und vor allem das “Meitheal Leadership Programme”, an dem etwa 150 Jugendliche aus Cork teilnehmen und in vier Blöcken Ende April/Anfang Mai geschult und trainiert werden, liegen noch vor uns. Uns so heisst es in den kommenden Wochen aus ca. 500 Bewerbern, 150 heraussuchen, also ein Bewerbungsgespräch nach dem anderen führen. Interessant ist das vor allem, weil man nun nicht auf der Seite dessen sitzt, der interviewt wird, sondern derjenige sein darf, der die Fragen stellt. Das ist mit Sicherheit eine gute Möglichkeit auch für sich selber was zu lernen.
Von der Arbeit in Scala mal abgesehen, habe ich ja auch noch etwas anderes im Sinn und werde mich nach der doch schon einige Zeit zurückliegenden Bewerbung bei der Lufthansa, Ende Mai zur Berufsgrunduntersuchung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg melden.
Sollte man die Halbzeit nutzen um zurückzublicken auf die vergangenen sechs Monate? – Bestimmt. Und so habe ich den derzeitigen Midterm-Break genutzt, um mal einige Tage alleine in Scala zu sein. Quasi mal einen “Retreat” für mich selber zu halten. Zum nachdenken kommt man da schon – auf Dauer (und das ist erst der zweite Tag) ist es ganz alleine aber ziemlich langweilig!
September, Oktober, November, Dezember, Januar, Februar – sechs Monate, in denen ich getrennt war von Deutschland und meinem Umfeld dort, aber auch sechs Monate, in denen ich die Chance hatte neue Menschen kennenzulernen, mit ihnen zu arbeiten und Spaß zu haben. Allein das ist ein solches Jahr Volunteering bereits wert. Nicht zu vergessen aber auch die vielen anderen Vorteile, die das FSJ so mitsichbringt: Hätte ich mich auch in Deutschland nicht als unselbständig bezeichnet, meine Wäsche musste ich nie selber waschen. So schnell kann sich das ändern. Langsam aber sicher wird man also immer selbstständiger und ein ständiger Lernprozess, nicht nur was das Englische angeht, sondern auch in zwischenmenschlichen Dingen, begleitet einen.
Jetzt geht es also erstmal bergabwärts. Ein leichtes, unbeschwertes Gefühl – ähnlich das eines Bergsteigers, der stundenlang zum Gipfel geklettert ist und nun munter bergab läuft. Auf jedem Berg kommen sie aber auch – selbst wenn es bergab geht – die kleinen Aufstiege, die es immer und immer wieder zu erklimmen gilt, bis man im Tal ankommt.

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Besuch aus Deutschland – Ring Of Kerry

Letzten Mittwoch war es soweit. Das erste Mal bekam ich Besuch aus Deutschland.
Gegen 12:00 machte ich mich auf, um meine Tante am Flughafen abzuholen. Am Flughafen angekommen war die Enttäuschung jedoch groß; die für 12:20 geplante AerLingus Maschiene aus München hatte, wie hätte es auch anders sein sollen, ganze zwei Stunden Verspätung. Wenigstens lohnte es sich, nochmal den Flughafen zu verlassen und so machte ich mich auf, um typisch irisch, in einer Sandwich-Bar in der Nähe des Flughafens eine kleine Suppe zu schlürfen. Laut Plakat wechselt die Sorte übrigens täglich. – Irgendwie schmeckt sie aber immer gleich… Woran das wohl liegen mag? ;-)
Kurz nach 14:00 Uhr war es dann soweit und ich durfte meine Tante in Empfang nehmen, um ihr zunächst Scala zu zeigen. Ausnahmsweise im Ruhezustand. Meine Kollegen waren nämlich alle in Dublin, um Gebetsfreundschaften mit den dortigen Nonnen zu schließen. (Übrigens ich habe auch eine! 22 Jahre alt aus der Ukraine; also nur falls es einen interessiert!) Nach Besichtigung des kleinen Städtchens Cobh in der Nähe von Cork, machten wir uns einen schönen Abend in Restaurant und Pub.

Erst am Wochenende wurde es dann wieder spannend, schließlich hatten wir in Killarney ein Zimmer gebucht und wollten den Ring of Kerry, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Irlands – dirket an der Westküste, abfahren. Die atemberaubende Landschaft mit Steilklippen, großen Felsen im Meer und kleinen Buchten machen den Ring of Kerry wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis und so wundert es wohl auch niemanden, dass wir für die gerade einmal 160km lange Ringstrecke ganze acht Stunden gebraucht haben und hin und wieder zu einer kleinen Kaffeepause in einem der wunderschönen, kleinen Örtchen Halt gemacht haben.
Der Abend diente erneut des Entspannens, bevor es am Sonntag auf große, mehrstündige Wandertour durch den Killarney Nationalpark ging.

Bereits am nächsten Morgen machte sich meine Tante wieder auf den Weg nach Deutschland. Sehr zu unserem Leidwesen zu noch nachtschlafender Zeit und so hieß es dann aufstehen zu einer Zeit, zu der noch eine Vier vor dem Doppelpunkt der Anzeige meines Weckers stand. :-(
Als letzter Ire ohne Besuch war es schön ein Familienmitglied in Scala zu haben und den Stress der letzten Wochen ein wenig zu vergessen.

Bereits am Donnerstag nächste Woche erwarte ich meine nächsten Besucher. Dann kommen Raina und Gerold für einige Tage nach Cork!

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